Bei der Auswahl eines geeigneten Hydrophobiermittels gilt es nicht nur auf Dinge wie die
Diffusionsfähigkeit und Haltbarkeit, sondern auch auf eine Änderung mechanischer Werte wie
Veränderung des Temperaturverhaltens oder Farbverschiebung des zu behandelnden Gesteines zu achten.
Von grundsätzlicher Bedeutung ist natürlich auch, ob das Material überhaupt für eine Hydrophobierung
geeignet ist. So sind besonders manche Kalksteine und sehr dichte Steine zum Teil überhaupt nicht
oder nur nach einer entsprechenden Vorbehandlung hydrophobierbar.
Untersuchungen zeigten, daß sich auch verschiedene Produkte auf unterschiedlichen Materialien
völlig unterschiedlich verhalten können. So kann ein Produkt, daß bei einer bestimmten Gesteinsart
gute Wirkung zeigt, bei einer anderen Gesteinsart versagen oder sogar zu Schäden führen.
Auch die
Verarbeitungsbedingungen sind mitunter von entscheidender Bedeutung. So ist die Umgebungstemperatur
und die Feuchte des Materiales selbst, von Bedeutung. Es zeigt sich vor allem ein negativer Einfluß
von hohen Temperaturen. Dabei verdunstet zu viel Lösungsmittel in kürzester Zeit,
wodurch die Eindringtiefe und die Wirkstoffkonzentration nicht mehr im gewünschten Bereich sind.
Eine zu geringe Eindringtiefe, wirkt sich beispielsweise sehr negativ auf die Frostbeständigkeit aus.
Aufsteigende Feuchtigkeit oder auch bereits vorhandene Versalzungen können ebenfalls zu erheblichen
Folgeschäden führen. Hydratations- und Kristallisationsdruck führen dabei oft zu großflächigem
Materialverlust. Gerade aber diesen Verlust an Originalsubstanz zu vermeiden, war eigentlich das Ziel.
Die vorherige Konservierung eines bereits geschädigten Materials, muß natürlich ebenfalls in die
Gesamtmaßnahme einbezogen werden. Es sind unterschiedliche Wirkungen, in unhomogenen Bereichen
(bei partiellem Einsatz von Steinersatzmassen) ebenso möglich, wie durch stark schwankende Vorschädigung.
Da über die Haltbarkeit von Hydrophobierungen kaum gesicherte Erkenntnisse vorliegen, sollte man sich auch
in dieser Richtung Gedanken machen. Als ausführende Handwerker sind wir ja auch dem Kunden gegenüber in der
Beratungspflicht und sollten also auch mal einen Gedanken daran verschwenden, was nach der manchmal
recht kurzen Haltbarkeit mit dem Material passiert.
All diese Punkte sollten eigentlich klarmachen, daß es, ohne eine genaue Untersuchung
der Umstände und des Materials und auch das Anlegen entsprechender Testfelder bzw. die Durchführung
von Vorversuchen keine sinnvolle Hydrophobierung gibt. Durch das leider häufig anzutreffende blindwütige und wahllose
Anwenden von Hydrophobierungsmitteln gibt es wohl mittlerweilen mehr Beispiele für Schädigungen als für den Nutzen von Hydrohobierungen.
Hier noch einige Links zum Weiterlesen:
Baufachinformationen: Die Alte Pinakothek in München: Erneute Konservierungsmaßnahmen an Musterflächen
Baufachinformationen: Was ist Hydrophobieren?
Konrad Fischer: Wasserabweisung/Hydrophobierung - Wichtige Details
Baustoffchemie: Hintergrundwissen zu Hydrophobierungsmitteln
zurück